Ob eine Tour sich wirtschaftlich lohnt, lässt sich herausfinden, indem man die tatsächlichen Kosten je Stopp oder Liefereinheit mit den erzielten Erlösen vergleicht. Wer keine transparente Kostenrechnung auf Tourenebene führt, fährt buchstäblich blind: Verlusttouren bleiben unsichtbar und fressen Marge, die an anderer Stelle mühsam erarbeitet wurde. Die folgenden Fragen zeigen Schritt für Schritt, wie man unrentable Touren identifiziert, analysiert und dauerhaft verbessert.
Woran erkennt man, dass eine Tour Verluste macht?
Eine Tour macht Verluste, wenn die Summe aller direkt zurechenbaren Kosten, also Kraftstoff, Fahrerzeit, Fahrzeugabschreibung, Maut und Standzeiten, höher ist als der erwirtschaftete Deckungsbeitrag dieser Tour. Das klingt einfach, ist in der Praxis aber schwer zu erkennen, weil viele LKW-Fuhrparks Kosten nur auf Fahrzeug- oder Monatsebene erfassen, nicht auf Tourenebene.
Typische Warnsignale für eine verlusttreibende Tour sind:
- Hohe Kilometer bei wenigen Stopps: Wenn ein LKW 200 Kilometer fährt, um drei Kunden zu beliefern, sind die Fixkosten je Stopp unverhältnismäßig hoch.
- Lange Standzeiten: Wartezeiten beim Kunden, die nicht berechnet werden, erhöhen die Fahrerkosten, ohne Erlöse zu generieren.
- Geringe Auslastung: Ein halb beladener LKW auf einer langen Strecke ist ein klassisches Verlustmuster in der Getränke- oder Baulogistik.
- Hohe Rücklaufquoten: Nicht zugestellte Ware erzeugt Doppelfahrten und verdoppelt den Kostenblock ohne zusätzlichen Umsatz.
Das Problem ist oft nicht die einzelne Tour, sondern die fehlende Sichtbarkeit. Wer nicht weiß, was eine Tour tatsächlich kostet, kann keine fundierten Entscheidungen treffen.
Welche Daten brauche ich für eine Tourenanalyse?
Für eine belastbare Tourenanalyse braucht man drei Datenkategorien: Fahrzeugdaten (gefahrene Kilometer, Kraftstoffverbrauch, Fahrzeiteinsatz), Auftragsdaten (Anzahl Stopps, Liefermengen, Standzeiten je Stopp) und Kostendaten (Fahrerlohn, Fahrzeugkosten, Maut, Kraftstoff). Erst die Kombination dieser drei Ebenen macht den wahren Kostenpreis einer Tour sichtbar.
In der Praxis fehlt es häufig an einer dieser drei Quellen. Viele Unternehmen haben Fahrzeugdaten aus dem Fahrtenschreiber, aber keine strukturierte Verknüpfung mit den Auftragsdaten aus dem ERP-System. Andere kennen ihre Gesamtkosten pro Monat, können sie aber nicht einzelnen Touren zuordnen.
Konkret sollten folgende Kennzahlen je Tour erfasst werden:
- Gefahrene Kilometer (SOLL vs. IST)
- Fahrtdauer und Lenkzeit
- Kraftstoffverbrauch in Litern
- Anzahl und Dauer der Stopps
- Beladungsgrad in Prozent
- Mautkosten auf der gefahrenen Strecke
- Fahrerlohnkosten anteilig für die Tour
Mit diesen Daten lässt sich ein Kostenpreis je Liefereinheit oder je Stopp berechnen, der direkt mit dem Erlös verglichen werden kann. Wer diese Kennzahlen systematisch erfasst, hat die Grundlage für ein echtes Fuhrparkcontrolling auf Tourenebene.
Was ist eine SOLL-/IST-Abweichungsanalyse im Fuhrpark?
Eine SOLL-/IST-Abweichungsanalyse im Fuhrpark vergleicht die geplanten Werte einer Tour, also die erwarteten Kilometer, Fahrzeiten und Kosten, mit den tatsächlich gefahrenen Werten. Weicht das IST systematisch vom SOLL ab, zeigt das entweder Planungsfehler, operative Probleme oder strukturell unwirtschaftliche Routen.
Das Konzept stammt aus dem klassischen Controlling und wird im LKW-Fuhrparkmanagement als zentrales Steuerungsinstrument eingesetzt. Wenn ein LKW für eine Tour 180 Kilometer geplant hat, aber regelmäßig 230 Kilometer fährt, gibt es drei mögliche Ursachen:
- Planungsfehler: Die Tourenplanung hat Strecken oder Stoppreihenfolgen falsch kalkuliert.
- Fahrverhalten: Der Fahrer weicht ohne Grund von der geplanten Route ab.
- Externe Faktoren: Baustellen, Sperrungen oder Kundenanforderungen erzwingen Umwege, die in der Planung nicht berücksichtigt wurden.
Die Abweichungsanalyse macht diese Unterschiede sichtbar und erlaubt gezielte Maßnahmen. Im Logistikcontrolling ist sie das wichtigste Werkzeug, um aus historischen Tourdaten konkrete Verbesserungen abzuleiten. Wer nur Gesamtkosten betrachtet, verpasst die Ebene, auf der Verluste tatsächlich entstehen: die einzelne Tour, der einzelne Stopp, der einzelne Kunde.
Wie hilft Telematik dabei, schlechte Touren sichtbar zu machen?
Telematik macht schlechte Touren sichtbar, indem sie Fahrzeugdaten in Echtzeit erfasst und automatisch mit den Plandaten verknüpft. Statt monatliche Auswertungen manuell zu erstellen, liefert ein integriertes Telematik-System tagesaktuelle Kennzahlen zu Kilometern, Kraftstoffverbrauch, Standzeiten und Routenabweichungen, direkt je Tour und Fahrer aufgeschlüsselt.
Konkret leistet GPS-Telematik für Nutzfahrzeuge in diesem Kontext Folgendes:
- Automatische Kilometererfassung: Jede gefahrene Strecke wird lückenlos dokumentiert und der entsprechenden Tour zugeordnet.
- Standzeitmessung: Wie lange stand der LKW beim Kunden? Überschreitet die Standzeit den geplanten Wert, wird das sofort sichtbar.
- Routenabweichungserkennung: Weicht der Fahrer von der geplanten Route ab, lässt sich das nachvollziehen und analysieren.
- Kraftstoffverbrauch je Tour: In Kombination mit CAN-Bus-Daten aus dem Fahrzeug lässt sich der Verbrauch direkt der Tour zuordnen.
Das entscheidende Prinzip: Telematik allein liefert Daten. Erst die Verbindung mit Planungsdaten und Kostensätzen ergibt ein vollständiges Bild. Ein integriertes System für Tourenplanung schließt diese Lücke, indem Planung, Tracking und Controlling in einem Workflow zusammengeführt werden. Für die Frischelogistik oder Getränkelogistik, wo Zeitfenster eng und Kosten pro Stopp hoch sind, ist diese Transparenz besonders wertvoll.
Wann sollte eine Tour grundlegend neu geplant werden?
Eine Tour sollte grundlegend neu geplant werden, wenn die SOLL-/IST-Abweichungen dauerhaft über 15 Prozent liegen, wenn sich die Kundenstruktur oder Liefermengen wesentlich verändert haben, oder wenn der Kostenpreis je Stopp den erzielbaren Erlös übersteigt. Einmalige Ausreißer rechtfertigen keine Neuplanung, aber systematische Muster schon.
In der Praxis gibt es vier konkrete Auslöser, die eine Neuplanung der Tourenstruktur notwendig machen:
- Neue oder weggefallene Kunden: Jeder neue Stopp verändert die optimale Reihenfolge. Was einmal effizient geplant war, kann mit veränderter Kundenbasis ineffizient werden.
- Veränderte Zeitfenster: Wenn Kunden neue Anlieferungszeiten fordern, kann die bisherige Stopp-Reihenfolge nicht mehr optimal sein.
- Steigende Kraftstoff- oder Mautkosten: Was bei niedrigeren Kosten rentabel war, kann bei höheren Kosten in die Verlustzone rutschen, ohne dass sich an der Tour selbst etwas geändert hat.
- Wachsende Leerfahrtenanteile: Wenn Leerfahrten zunehmen, weil Rücktouren nicht genutzt werden, ist das ein klares Signal für strukturelle Planungsmängel.
Eine automatische Tourenplanung kann diese Veränderungen kontinuierlich berücksichtigen und Touren dynamisch anpassen, anstatt einmal im Jahr eine große Neuplanung durchzuführen. Besonders in der Recycling- und Entsorgungslogistik, wo Abholmengen und Standorte variieren, zahlt sich diese Flexibilität direkt aus.
Wie SATLOG GmbH unrentable Touren aufdeckt und dauerhaft behebt
Wir bei SATLOG GmbH haben uns seit 2000 darauf spezialisiert, genau diese Fragen für LKW-Fuhrparks in der Verteilerlogistik zu beantworten. Unser Ansatz verbindet Tourenoptimierung vor der Fahrt mit automatischem Controlling nach der Fahrt, alles in einem integrierten System. Das nennen wir AutoControlling: Die geplanten Tourdaten werden automatisch mit den tatsächlich gefahrenen Daten verglichen, und Abweichungen werden ohne manuellen Aufwand sichtbar gemacht.
Was wir konkret liefern:
- SOLL-/IST-Abweichungsanalysen auf Tourenebene, je Fahrer, je Kunde und je Stopp
- Kostenpreis je Liefereinheit, der zeigt, was eine einzelne Auslieferung wirklich kostet, zum Beispiel eine einstündige Bierlieferung mit allen Kosten transparent aufgeschlüsselt
- On-demand Tourenoptimierung als Service, ohne den Kauf einer teuren Softwarelizenz, ab etwa 20 Euro pro LKW und Monat
- Integration in bestehende ERP-Systeme über eine Datenaustauschschnittstelle, die in der Regel in zwei bis vier Tagen eingerichtet ist
- Hardware speziell für Nutzfahrzeuge, Telematiksysteme und Fuhrparkcontrolling als Cloud-Service, alles aus einer Hand
Ob Getränkelogistik, Frischelogistik, Baulogistik oder Recycling: Wir helfen Ihnen, die Touren zu identifizieren, die Ihr Ergebnis belasten, und entwickeln gemeinsam mit Ihnen konkrete Maßnahmen zur Kostensenkung. Sprechen Sie uns an und erfahren Sie, wie viel Potenzial in Ihrem LKW-Fuhrpark noch ungenutzt ist.
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